ROLI NOIRJEAN

Roli Noirjean

Er wird Sie am Eingang begrüssen und willkommen heissen.
Seit 20 Jahren bringt der aus Laufen stammende Roli Noirjean sein Publikum zum Lachen.
Er stand schon auf Zirkusbühnen in der ganzen Schweiz und Europa.
Bekannt wurde er zusammen mit seinem Partner Gaston Häni durch den Circus Conelli in Zürich.

Beim Lachen gibt es keine Tabus
Clown Roli Noirjean plaudert aus dem Nähkästchen. Über seine liebsten Komiker, die Kunst, auf Knopfdruck lustig zu sein, und Menschen ohne Humor.

Lachen ist etwas, das einen durch das Leben begleitet.
Wenn die Menschen mehr lachen und sich selber nicht so ernst nehmen würden, hätten wir deutlich weniger Probleme auf der Welt. Schon Charlie Chaplin sagte, dass ein Tag ohne Lachen ein verlorener Tag sei.

Vor gut einem Jahrhundert, als die Titanic gesunken ist, konnte niemand darüber lachen. Heute macht man Witze darüber, weil dieses Ereignis mittlerweile weit weg ist. Ich denke, man kann über alles lachen. Es kommt immer darauf an, wie man lacht. Beim Lachen gibt es keine Tabus. Bei dem, was ich als Clown mache, gibt es hingegen viele Tabus.

Ein Clown hat die Gürtellinie am Hals. Ich versuche bei meiner Arbeit immer, eine saubere Geschichte zu erzählen.
Die Komiker, die nur Sex thematisieren, finde ich meistens nicht lustig. Aber es ist natürlich einfach. Lachen darf man aber grundsätzlich über alles.

Ich bin grosser Fan des trockenen britischen Humors.

Hier gefällt mir vor allem Monty Python. Meine grössten Helden sind aber immer noch Dick und Doof. Dieser Humor ist zeitlos. Wenn ich gemeinsam mit Clown Gaston auftrete, dann orientieren wir uns häufig an diesem Duo.
Früher standen wir fast jeden Abend zusammen auf der Bühne.
Wenn ich mir andere Clowns im Zirkus anschaue, möchte ich aber hin und wieder selber gerne in die Manege springen. Gleichzeitig bin ich froh, dass ich heute deutlich mehr Zeit für meine Familie habe.

Es ist komisch. Der Vorhang ist wie eine Barriere.
Ich arbeitete einmal während fünf Monaten mit einem Bandscheibenvorfall. Hinter den Kulissen konnte ich kaum laufen. Aber in der Manege bemerkte niemand, dass ich Schmerzen hatte.
Die Anspannung war derart gross, dass das Gehirn die Schmerzen einfach ausgeblendet hat.

Die Menschen zum Nachdenken anzuregen, sehe ich nicht als meine Aufgabe an. Dafür gibt es Philosophen und Buchautoren. Selbst in der Humorbranche gibt es diesbezüglich Sparten wie etwa das politische Kabarett. Clownerie hat die Aufgabe, das Publikum zu unterhalten. Leider muss ich in letzter Zeit feststellen, dass es immer weniger Clowns gibt.

Die alten Grossmeister, die noch vor einigen Jahrzehnten gearbeitet haben, wurden ersetzt durch Strassenkünstler, die in den Zirkus kamen. Heute fehlen deshalb die Lehrmeister für junge Clowns. Der letzte ist Gaston, der mir fast alles beibrachte, was ich heute kann.

Schadenfreude funktioniert universell. Wenn ein Clown in der Manege über einen Gegenstand stolpert, können sich alle damit identifizieren, weil dasselbe jeder und jedem schon einmal selbst passiert ist.
Roli Noirjean

Roli Noirjean: Traumzeit

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